Ein kurzer Reisebericht.
Kurz und knapp:
10 Tage, 2 Mädels, 1 Auto, 2500km, unglaublich wunderschön!
Ein muss:
ISLAND von Jens Willhardt und Christine Sadler (Müllerverlag)
Hamburg - Kopenhagen - Keflavik - Garður
6 Uhr klingelte der Wecker, noch einmal ausgiebig geduscht und die letzten Sachen eingepackt. Eine frisch eingetroffene E-Mail kündigte an, dass unser Zug entfällt - der erste Schreck am Morgen. Also sind wir mit dem Ersatzzug gefahren. Am Flughafen angekommen, stellten wir fest, dass auch unser Flug nicht planmäßig war und erst 2 Stunden später fliegen sollte. Was für ein guter Start in den Urlaub. So konnten wir erst 0 Uhr unser Mietauto abholen und die ersten 20km nach Garður fahren.
Garður - Hyveragerði - Eyrarbakki - Seljalandsfoss
Nach einer kurzen, kalten und arg stürmischen Nacht fuhren wir an Reykjavik vorbei, ließen Hyveragerði mit seinen geothermalen Gewächshäusern links liegen und erreichten das beschauliche Fischerdörfchen Eyrarbakki. Nach einem kleinen Spaziergang sind wir weiter zum Seljalandsfoss gefahren. In der Nähe gab es einen schönen Zeltplatz direkt am Eyjafjallajökull. Wir packten unsere Rucksäcke und Regenhosen ein und durften nach anstrengendem bergauf noch einen sehr schönen Ausblick genießen.
Seljalandsfoss - Skogafoss - Dyrhólaey - Þakgil - Skaftafell - Jökulsárlón - Höfn
Den berühmten Golden Circle haben wir bewusst weggelassen, weil wir keine Lust auf überfüllte Touriplätze hatten, einige bekannte Sachen wollten wir aber dann doch sehen. Also sind wir zum Skogáfoss gefahren. Natürlich waren hier einige Leute, aber so bald man das Attraktions-Areal etwas verlässt und Wanderwegen folgt, ist man bereits wieder im Nirgendwo angenehm allein. Den beeindruckenden schwarzen Lavastrand, so was sieht man nicht alle Tage, wollten wir zum Beispiel auch sehen und auch hier gilt es, wenn man den Wanderwegen etwas folgt und ist man schon wieder fast allein unterwegs. Nach einem kurzen Freiluftmittagspicknick sind wir den Tipp des Reiseführers gefolgt und haben einen Abstecher in die Dachschlucht - Þakgil gewagt. Ein sehr lohnenswerter Abstecher auch wenn man nicht am Ende dort campen möchte! Bei schönem Wetter hat man einen gigantischen Ausblick, wie das Panoramabild am Ende des Posts zeigt. Total kaputt vom staunen haben wir kurzer Hand beschlossen keine Tour mehr durch den Nationalpark Skaftafell, sondern lieber noch einen Abendspaziergang um den Jökulsárlón zu unternehmen. Ein sehr sehr schöner Gletschersee am Fuße des Vatnajökulls, dem größten Gletscher Europas. Das heutige Etappenziel lautete Höfn. Müde und kaputt von den ganzen Erlebnissen sind wir tatsächlich noch angekommen.
Höfn - Breiðalsvik - Egilsstaðir - Bakkagerði
Nach dem anstrengenden Tag gestern wollten wir heute einfach nur Fjorde bestaunen. Angefangen beim Djúpivogur über Breiðalsvik, Reyðarfjörður nach Egilsstaðir trifft man auf unzählige Rentiere, Buchten und graugeprägte Hänge. Von Egilsstaðir sind wir weiter über den Dyrfjöll nach Bakkagerði. Etwas abgelegen liegt der Hafen von Bakkagerði mit einem saftiggrünen Vogelfelsen. Wer einmal einen Papageitaucher sehen möchte, kann hier verweilen und zwischen unzähligen Möwennestern Ausschau halten. Wir hatten es uns auch in der Sonne mit Haferküchlein und Kaffee etwas gemütlich gemacht, als wir einen älteren Herrn zum Kaffee einluden. Ein Vogelkundler aus den Niederlanden der eigentlich auf der Durchreise nach Grönland war um dort an einem Segeltörn mit alten Freunden teil zu nehmen. Er erinnert mich an meinen guten alten Freund Bernt aus Stockholm. Er erzählte und erzählte und wir lauschten gespannt seinen Geschichten :)
Bakkagerði - Möðrudalur - Dettifoss - Húsavik
Das Wetter war wieder bombastisch, also starteten wir mit einer kleiner Passwanderung über den Dyrfjöll in den Tag. Anschließend fuhren wir über kleinere Straßen zurück auf die Ringstraße, wo wir eigentlich die empfohlene Schotterstraße 901 nehmen wollten um eine leckere frischgebackene Waffel auf den höchstgelegenen Hof Islands essen wollten. Da es auch auf Island einen sehr langen Winter gab, war das Hochland noch immer gesperrt, so auch die 901. Ziemlich traurig darüber, aber gleich wieder staunend über die inzwischen sehr karg gewordene Landschaft fuhren wir weiter. Als wir ein Schild mit Möðrudalur an einer Seitenstraße entdeckten. Juhu :) Ich hoffe, ich erwecke nicht den Eindruck, dass wir nur zum Essen und Trinken nach Island gefahren sind. Die warme Waffel mit Pflaumenmus war unglaublich gut so wie auch die Begegnung mit Elisabeth. Sie erzählte uns aus ihrem Leben, dem Leben auf dem Hof und vom Leben auf Island. Eine sehr einprägsame und wertvolle Begegnung. Danke. Total glücklich fuhren wir in das schöne Húsavik. Ursprünglich wollten wir über den Öxafjörður nach Husavik, allerdings war die Straße auch gesperrt, so dass wir von Húsavik einen Abstecher in den Öxafjörður gemacht haben. Wir genoßen den Blick in den Öxafjörður und plötzlich eine Fontaine im Wasser, gefolgt von einer Flosse. Wale! Einfach so im Fjord.
Húsavik - Krafla - Myvatn - Hverfjall - Akureyri - Dalvik - Skeið
Auf dem Weg zu Krafla liegen direkt an der Ringstraße die Solfataren von Námaskarð. Geruch und Farbenpracht sind vom Allerfeinsten ;) Im Kraflagebiet gibt es den Krater Víti ("Hölle") in dem sich heute ein Maar befindet und auf dem man ein prima Rundgang machen kann. Ebenso auf dem Hverfjall. Akureyri war danach weniger aufregend, deshalbt folgten wir wieder einen großartigen Tipp des Reiseführers und fuhren weiter nach Skeið.
Skeið - Siglufjörður - Sauðákrókur - Blönduós - Reykir
In Skeið schläft man sehr gut, aber die Nacht war auch eine der Kältesten. Von Skeið fuhren wir über Siglufjörður nach Sauðákrókur. Da wieder eine Straße gesperrt war mussten wir den Weg durch die Tunnel nehmen. 10km, einspurig, dunkel und etwas unheimlich. Auf der anderen Seite sah es bereits wieder völlig anders aus. Dann stand mitten im nirgendwo ein hitch hiker. Trotz voller Rückbank haben wir angehalten und ihn mitgenommen, weil wir neugierig waren und wissen wollten wie man darauf kommt auf Island hitch hiken zu gehen. Er war bereits 2 von 3 Wochen unterwegs und hatte es letztes Jahr in Portugal gemacht. Die längste Zeit, die er warten musste waren 45min, wahrscheinlich der Abstand zwischen 2 Autos ;) Wir waren aber dann auch ziemlich froh ihn wieder abzusetzen. Weiter ging es nach Blönduós. Blönduós war nicht so spannend, deshalb fuhren wir weiter und sind an einen schönem Zeltplatz gelandet. Mit Hot Pot direkt am Meer. Wieder ein Tipp des Reiseführers.

Reykir - Eiríksstadir - Saudafell - Stykkishólmur - Bjarnarhöfn - Ólafsvík - Rif - Hellnar
Lavaland. Die Halbinsel Snæfellness ist mit Lava gezeichnet. In Eiríksstadir gibt es ein altes Torfhaus, wir machten kurz halt um dann in der Nähe von Saudafell von einem kleinen Hofladen neben einen Kuhstall Käse zu kaufen. Lecker sah er aus, aber mein Fall war er leider nicht, vielleicht hätte man lieber den hausgemachten Skyr probieren sollen. Nächster Halt war Stykkishólmur. Ein kleines idyllisches Örtchen mit Fähranbindung und markantem Leuchtturm. Die Wasserbibliothek in diesem Ort ist ein Kunstprojekt was zum Nachdenken anregt. In einer alten Bibliothek stehen 24 gefüllte Glassäulen mit jeweils 100l Gletscherwasser der einst 24 Gletscher auf Island. Mittlerweile gibt es nur noch 23. Sieh Island mit einem anderen Blick gefällt mir mit seiner Doppeldeutigkeit sehr gut. Danach fuhren wir weiter nach Bjarnarhöfn zu einem Haifisch-Familienbetrieb. Da werden heute noch Grönlandhaie gefischt und fermentiert, denn sonst wären diese nicht essbar. Auf Island mit Schwarzbrot eine Delikatesse, ich war froh, dass wir noch Schokokekse im Auto hatten. Für mich kein lohnenswerter Abstecher. Einen Tipp gibt es allerdings noch und zwar in Rif, da gibt es ein nettes Café mit einer megaleckeren Fischsuppe. Dazu gab es ein paar einheimische Empfehlungen, was in der Gegend noch Sehenswert ist und diesen folgten wir dann auch noch bis es in strömen anfing mit regnen.
Hellnar - Borgarnes - Reykjavik
Mein Geburtstag. Es regnete in strömen, aber die Nacht im lila Gästehaus war schön warm und trocken. Außerdem gab es einen Schokokuchen mit bunten Smarties, Kerzen, einen gedeckten Frühstückstisch und zusätzlich noch eine Überraschung von meinen lieben Mädels. Danke. Frisch gestärkt schauten wir uns mit Taschenlampen in einer Lavahöhle um. Ziel für heute war ein kühles Bier in Reykjavik.
Reykjavik
Nach dem einen oder anderen Bier zu viel sind wir gegen 2 Uhr zum Zeltplatz getorkelt, haben bis 8 Uhr ausgeschlafen um uns dann die Stadt anzusehen, Postkarten zu schreiben und alle von Freunden und Bekannten empfohlenen Cafés zu testen. Ein Gammeltag vom Feinsten, dazu Regen und ein Stück Kuchen… perfekt! Am Abend hatten wir in der Essecke vom Zeltplatz zwei nette Bekanntschaften. Ein Franzose, der gerade seine Reise antrat und ein älterer Herr aus Deutschland, der anfangs noch über uns lächelte und danach doch etwas beeindruckt war wo wir überall gewesen sind. Aber auch er hat mich ziemlich beeindruckt, denn er kommt seit mehr als 20 Jahren nach Island, und hat die Insel viel per Fuß kreuz und quer allein durchwandert. Er erzählte uns seine Sicht von Land und Leute und berichtete von seinen Touren.
Blaue Lagune - Kopenhagen - Hamburg
Auch wenn alle uns abgeraten haben und der Eintrittspreis echt horent ist,
die Nähe zum Flughafen und das schlechte Wetter luden zum Baden in die blaue
Lagune ein. Das Bad am Myvatn soll angeblich viel schöner und günstiger sein. Wir
hatten aber keine Lust bei Sonnenschein und 18 Grad in einer heißen Quelle zu
baden. Unser Flug ging um 1 Uhr, so dass wir 6 Uhr in Kopenhagen waren. Genervt
von wenig Schlaf und dem vielen Gepäck musste meine Nachbarin starke Nerven
beweisen. Wir wollten den Tag noch in Kopenhagen ausklingen lassen, deshalb
fuhr unser Zug erst am Abend nach Hamburg zurück. Also haben wir uns in die
Sonne im grünen Hinterhof der Kunsthochschule gesetzt um diesen wunderschönen
Urlaub nachzusinnen.
Resumé
Wir hatten unsere Route vorab grob in Tagesetappen eingeteilt. Start und
Ziel und was wir unbedingt gern dazwischen sehen wollten. Das war auch ganz
gut, denn so wurde man nicht gehetzt und hatte auch nicht das Gefühl etwas
verpasst zu haben. Island wird nicht langweilig, man kann hinter jeden kleinen
Grashügel etwas entdecken. Ein großes DANKE geht an meine liebe Nachbarin, denn ohne
sie, hätte ich es dieses Jahr nicht gemacht. Danke auch für die Bilder :) Wir hatten zwar nur 10 Tage, aber für einen Einblick reicht es. Mehr Zeit kann man immer gebrauchen, aber so müssen wir einfach noch einmal hin!










wunderschön.... DANKE für den virtuellen ausflug.
AntwortenLöschenliebe grüße
nic
mann mann mann ... das ist ja wohl eine traumreise gewesen <3.
AntwortenLöschenWOW wie toll! schaut super aus :)
AntwortenLöschenisland möchte ich unbedingt auch mal sehen.
herzliche grüße
anni